OstfriesischDeutsch
"'t is no näit häil mis" sē däi fent dō smēt häi nóó d' hund un róókde sīn stäifmauderweller.: "das ist noch nicht ganz falsch" sagte der Junge da warf er nach dem Hund und traf seine Stiefmutter, man kann nur den richtigen treffen
't gājt recht nóó wünsk un wieles lauft wie gehofft (Rdw.: "es läuft recht nach Wunsch und Wille")
't slit't nóó un nóó ofes nimmt mit der Zeit ab; es wird nach und nach milder (Wetter)
Hup mīn pērd nóó d' möölen tau. Mīn pērd frat niks as hóófern sträj. Hóófern sträj un kaf kaf kaf. Dō lēp mīn pērd in draf draf draf.Hop mein Pferd zur Mühlen hin. Mein Pferd fraß nichts als Haferstroh. Haferstroh und Spreu Spreu Spreu. Da lief mein Pferd in Eile Eile Eile. (Beim Aufsagen wird ein Kind auf dem hoch und heruntergehopst als ob es auf einem Pferd sitzt)
Jirsker pikkelpoegen stēlent däi Feldmers däi sömmerroeğ stēlent däi Woldmers däi fäet kau un drīvent s' nóó Iren tauIhrener Pickelgesichter stehlen den Großwolderfeldern den Sommerroggen stehlen den Großwoldern die fette Kuh und treiben sie nach Ihren hin (Spr.)
dat is mī däi mâjt näit bīwend't dat ik hum um dat ferklóóğ un nóó 't gerecht lōpdas ist mir die Mühe nicht wert dass ich ihn deswegen verklage und vor Gericht ziehe
dat wīf rāğt elk un äien nóódie Frau lästert über jedermann
däi unnergrund is sō dārgerğ dat däi dīk wēr sakt un däi anliegend gruen nóó âl kanten ūtbūltder Untergrund ist so dargig dass der Deich wieder sackt und die anliegenden Böden zu allen Seiten ausbeult
dō dū bī d' tauken drāj lüchts ofbuğst un dan dat pad döör 't holt gājst dan brengt dī dat fan sülst nóó 't forsthūswenn du bei der nächsten Kurve links abbiegst und dann den Weg durch den Wald gehst bringt dich das automatisch zum Forsthaus
dō dū näit nóó d' sğaul tau gājst kumt däi mester un hóólt dīn mit d' spīkerkoer ofwenn du nicht zur Schule gehst kommt der Lehrer und holt dich mit der Nagelkare ab
dō ik un Fentje nóó d' hollert 'n setje bīnanner kwammentals ich und Fenna nach dem Feierabend eine Weile zusammenkamen
dū ritst däi dēken häil nóó dī tau sō dat 'k blōt un nóókend liegen mautdu reißt die Decke ganz zu dir sodass ich nackt schlafen muss
fan 'n frâu ōwer fīfterğ un 'n būskōl nóó neijoer is däi grap ofFrauen über fünfzig und Weißkohl nach Neujahr taugen nichts mehr (Spr.)
fan Maibörğ nóó Nōrdmaur is net sō līk as snaur - fīf biegen un 'n muet fīf biegen un 'n muet fīf biegen un 'n muet - bünt säesvon Maiburg nach Nortmoor ist genau gerade wie eine Schnur - fünf Ferkel und eine Sau fünf Ferkel und eine Sau fünf Ferkel und eine Sau - sind sechs (Spr.)
föör un nóófür und nach, nach und nach, allmählich
góó nóó Bleksen un lēr 't heksengeh nach Blexen und lern das Hexen (Spr.)
ik sat in mīn äinerğkaid un doch d'r ōwer nóóich saß in mich versunken und dachte darüber nach
ik wil sünnerklóósgaud kōpen föör däi lütje kindjes däi sō mōj nóó 't bertje góón un sō mōj wēr upstóónich will Nikolausgebäck kaufen für die kleinen Kinder die so schön ins Bettchen gehen und so schön wieder aufstehen
nóó God sīn bīsğik sal dat minskdaum hir up ērden lēren un sük föörräiden up dat tauken lēvend wat hum wóóğt in d' hēmelnach Gottes Geleit soll die Menschheit hier auf Erden lernen und sich vorbereiten auf das nächste Leben das ihr im Himmel bevorsteht
nóó dat d'r tain last fan ferköft un oflēvert worden bünt is d'r no 'n bīstand fan fīf last blēvennachdem zehn Last davon verkauf un abgeliefert wurden ist noch ein Rest von fünf Last geblieben
nóó un fööernach und nach, allmählich
nóó un nóónach und nach
och hēr jóó! spek fööer un brōd nóó!oh ja! Speck zuerst und Brot zuletzt
oller gājt fööer un wen 't ōk nóó d' gâlğ gājtDas Alter schreitet kontinuierlich vorran und wenn auch der Tod kommt (Das Alter geht vorran, auch wenn es zum Galgen geht)
un dat gājt up d' līnje un dat gājt nóó Ōstinje un dat gājt nóó Batóówjó un dat up sööm joerund es geht auf den Äquator und es geht nach Ostindien und es geht nach Bativia und das sieben Jahre (ostfriesisches Seemannslied)
wat bōt mī dat wen 'k âl rīkdaumen fan d' häiel wērld bīsat un ik fun bī God ğīn nóówas nützte mir es wenn ich alle Reichtümer der ganzen Welt besäße und bei Gott keine Gnade fände
wichter ōwer færterğ un röyven nóó fastelóóvend hebbent däi smóók ferlōrenMädchen über vierzig und Rüben nach Fastnacht heben ihren Geschmack verloren (Spr.)
wī willent däi aptäiker nū man góón lóóten un nóó d' dokter bakker góónvon Medizin allein wird man nicht satt (Spr.: "wir wollen den Apotheker nun gehen lassen und zum Doktor Bäcker gehen")