OstfriesischDeutsch
"'n âj is 'n âj" sē däi póóp dō grēp h' nóó 't diekstweller.: "ein Ei ist ein Ei sagte der Pfaffe" da griff er nach dem Dicksten
"d'r fālt wat" sē däi snīder dō smēt h' sīn wīf tau 't fenster ūtweller.: "da fällt etwas" sagte der Schneider da warf er seine Frau aus dem Fenster
"d'r kumt 'n büelt näjs up" sē däi jung dō mus h' 't Usbâb lērenweller.: "da entsteht viel Neues" sagte der Junge da musste er das Vaterunser lernen
"dat gājt dat 't stuft" sē däi jung dō hār h' up 'n muet rēdenweller.: "ist so schnell dass es staubt" sagte der Junge da hatte er auf einer Sau geritten
"dat kumt d'r up an wō h' fālt" sē däi man as häi frağt wur of h' mitēten wul dō hār dat wīf 'n nöösdrüep unner d' nööes un as däi nöösdrüep an d' pot f'rbīful sē h' fan jóóweller.: "das kommt darauf an wie er fällt" sagte der Mann als er gefragt wurde ob er mitessen wolle da hatte die Frau einen Tropfen unter der Nase und als dieser am Topf vorbeifiel sagte er ja
"dō hār 'k hum net fan frēten of dō gung h' mī dōd" sē däi buer as sīn pērd fan smacht stārvweller.: "da hatte ich ihm gerade das Fressen abgewöhnt da starb er" sagte der Bauer als sein Pferd an Hunger starb
"ferfēr dī näit" sē däi fos dō krēğ h' d' hóóes bī d' ströyetweller.: "erschreck doch nicht" sagte der Fuchs da griff er den Hasen an der Kehle
"fóóer! däi sóóek is näit t' trauen" sē däi jung dō sul h' wat mit gârd hebbenweller.: "Vater! der Sache ist nicht zu trauen" sagte der Junge da sollte er Schläge mit der Gerte bekommen
"hethum!" rēp h' dō ful d' hóón tau d' lüchten"getroffen!" rief er da fiel der Hahn aus der Luft
"kumt âl dóóeğ wat näjs up" sē däi jung dō sul h' bóóden wordenweller.: "es entsteht jeden Tag etwas Neues" sagte der Junge da sollte er gebadet werden
"wind" sē foek dō sğēt h' in 't sājelweller.: "Wind" sagte Focko da schiss er ins Segel
"âl anfang is swor" sē däi däif dō stōl h' 't êrst kēr 'n amboeltweller.: "jeder Anfang ist schwer" sagte der Dieb da stohl er das erste Mal einen Amboss
"âl dingen mit móóet" sē däi buer dō drunk h' 'n móóetje zjanēwer in äin toğ upweller.: "alles mit Maß" sagte der Bauer da trank er ein Mäßchen Genever in einem Zug auf
'n kertærsüer ferlēden het h' d'r no westvor einer Viertelstunde war er noch da
't was tēgen d' breitīd as h' bī us kwames war um 8 Uhr morgens als er zu uns kam
God wrekt wor h' näit sprektGott rächt wo er nicht verkündet (Spr.)
appel fālt näit ēr fan d' bōm as of h' rīp isalles zu seiner Zeit (Spr.: "der Apfel fällt nicht vom Baum bis er reif ist")
as h' fan d' sğaul kwam was 't ēten klorals er von der Schule kam war das Essen fertig
as jung dē h' dat alals Junge tat er das schon
besfóóer dürt säegen wat h' wil man däi bäest tīd dannen t' planten is nūOpa darf sagen was er will aber die beste Zeit um Tannen zu Pflanzen ist jetzt
buer is buer un blift buer man gājt h' ōk in sīd un sanftman ist was man ist und kann es nicht ändern (Spr.: "Bauer ist Bauer und bleibt Bauer auch wenn er in Seide und Samt gekleidet ist")
d'r gājt h' hen!da geht er hin! (Rdw. wenn sich etwas schnell entfernt)
d'r kāst dū dī up ferlóóten as up 'n kinnermoers - gājt h' ōpen gājt h' ōpendas ist sehr zuverlässig (Rdw.: "darauf kannst du dich verlassen wie auf einen Kinderhintern - geht er auf geht er auf")
d'r nóóst wōnt h'daneben wohnt er
d'r sat h' in d' kööken t' sğausternda saß er in der Küche und schusterte
d'r set't h' bītaudamit macht er Verlust
d'r stājt h' nū mit 'n bek ful tannenes ist ihm misslungen (Rdw.: "da steht er nun mit einem Mund voller Zähne")
dat drüğt wies um dat ik doch dat h' grōter wases täuscht wirklich weil ich dachte er wäre größer
dat failde näit fööl of h' was fan 't hūs offālenes fehlte nicht viel dass er vom Haus gefallen wäre
dat geböörde dō h' kwames passierte als er kam
dat het h' mī tausäeğtdas hat er mir versprochen
dat holt h' näit fuldas hält er nicht durch
dat is 'n anner körrel sē däi müller dō bēt h' up 'n mūsköödelweller.: "das ist ein anderes Korn" sagte der Müller da biss er auf einen Mäusekötel
dat is h'das ist er
dat is jau 'n rîk kērl däi het sō 'n büelt geld un sō 'n hôp plóótsen dat h' sülst hóóst näit wäit wat h' âl bīhērtdas ist dir ein reicher Mann der hat so viel Geld und so eine Haufen Höfe dass er selbst fast nicht weiß was er alles verwaltet
dat let't sük höören sē däi dôf dō krēğ h' 'n ōrfîğweller.: das lässt sich hören sagte der Taube da bekam er eine Ohrfeige
dat sal sük wal gēven dō h' man'n frâu kriğtes wird sich schon erledigen wenn er eine Frau bekommt
dat was hum tau as of h' spöyken sağes war ihm zumute als sähe er Gespenster
dat wat h' mit hân uprecht't stöt't h' mit moers wēr ōwerkoper ist nicht umsichtig (Rdw.: "was er mit den Händen aufrichtet stößt er mit dem Arsch wieder überkopf")
drinken dājt h' näit mērer trinkt nicht mehr
däi bräj word't häiter upsğept as dat h' ēten word'tes wird heißer gekocht als gegessen (Rdw.: "der Brei wird heißer aufgetischt wie gegessen")
däi bräj word't näit sō häit ēten as h' sōden word'tman stellt sich alles viel schlimmer vor als es dann wirklich wird (Spr.: "der Brei wird nicht so heiß gegessen wie er gekocht wird")
däi bōm fan däi bâk maut mit flauren ūtmürt worden anners word't h' näit diechtdie Basis des Gefäßes muss mit Bodenfliesen ausgemauert werden sonst wird es nicht dicht
däi fesóón is sō mak dat h' ūt hand fret'tder Fasan ist so zahm dass er einem aus der Hand frisst
däi müegen hebbent hum stōk düs sit't h' ful fan müeğdrūlendie Mücken haben in gestochen deswegen hat er lauter Mückenstiche
däi pril dājt wat h' wilder April tut was er will (Spr.)
däi pêr köönent däi wóógen d'r hóóst näit wēr d'r ūt lūken sō fast sit't h'die Pferde können den Wagen da fast nicht wieder herausziehen so fest wie er sitzt
dō däi fisk fārsk is brūkt h' ğīn soltwenn der Fisch frisch ist dann braucht er kein Salz
dō däi hund in bīdringen kumt bit't h'wenn der Hund in Bedrängnis kommt beißt er
dō h' 't recht wil kan h' 't walwenn er es richtig will kann er es wohl
dō het h' hum up hūs anhollenda lief er schnell nach Hause
dō hum däi finger sēr daun dājt maut h' nóó d' dokter tauwenn ihm der Finger weh tut muss er zum Arzt
dō häi kumt kan h' us dat fertellenwenn er kommt kann er es uns erzählen
dō kwam h' anspringenda sprang er schnell herbei
dō kwam h' nóósettenda nahm er die Verfolgung auf
dō prōt'de h': "kumt bī mī!"da sprach er: "kommt zu mir!"
dō was h' ansğētendas saß er in der Patsche
fööl räent kriğt h' näit man häi kumt d'r mit t'rechtviel Rente bekommt er nicht aber er kommt damit zurecht
föördēm h' kwambevor er kam
gift däi läief God jungse gift h' ōk däi büksen d'r taugibt der liebe Gott Jungen dann gibt er auch die Hosen dazu (Spr.)
h'er (Kurzform von häi)
hum däint äinlīk 'n lóóeğ hâu in stē fan dat h' wat t' ēten kriğtihm gebührt eigentlich eine Tracht Prügel anstatt des Essens
häi büüdelde d'r döör as of h' d' düüvel säin hārer lief so schnell davon als ob der den Teufel gesehen hätte
häi doch häi kun däi wôr gāu kwītworden man nū het h' köyläers krēgener dachte er könnte die Ware schnell loswerden aber jetzt hat er Lehrgeld bezahlt
häi drilde hum bit h' swārt wurer quälte ihn bis er schwarz wurde
häi dritst hum wor h' man kaner triezt ihn wo er nur kann
häi dīsde d'r langs as of h' ğīn minsk säin kuner stürmte daran vorbei als ob er keinen Menschen sehen konnte
häi ferfērde sük bīster as h' dat sağer erschrak sich sehr als er das sah
häi ferfērde sük sō dat h' fan d' staul fuler erschrak sich so dass er vom Stuhl fiel
häi gājt as of h' up aier löpter läuft sehr vorsichtig (Rdw.: "er läuft als ob er auf Eiern geht")
häi gājt näit fail dō h' dat dājter macht nichts verkehrt wenn er das tut
häi gājt sō krum as of h' brōd börgen wiler leidet Hunger (Rdw.: "er geht so krumm als ob er Brot borgen will")
häi het 't âl ferlōren un het nū häil ğīn äigen mēr wor h' sīn kop dóóläegen kaner hat alles verloren und hat jetzt gar kein Eigentum mehr auf dem er wohnen und schlafen kann
häi het hum dróógen sō lâng as h' kuner hat ihn getragen solange er konnte
häi het sükker tannen dat h' 'n spīker in twei ennen bīten kaner hat riesige Zähne (Rdw.: "er hat solche Zähne das er einen Nagel in zwei Stücke beißen kann")
häi hār sō 'n drang nóó hūs dat h' 't hóóst näit ofwachten kun dat selskup upbrōker hatte so einen Drang nach Hause das er es fast nicht abwarten konnte das die Gesellschaft aufbrach
häi is no näit döörsüükt düs blift h' ōk altīd no sō swak un miner hat die Krankheit noch nicht überstanden deshalb bleibt er auch immer noch so schwach und zerbrechlich
häi is näit mēr fóótbor um dat h' niks mēr heter ist nicht mehr pfändbar weil er nicht mehr hat
häi is sō nóóterğ dat häi sük föör 'n stüüver 'n gat in d' moers bōren let't ōk dō h' föör 'n dóóler pīn heter ist so geizig das er sich für einen Stüber ein Loch in den Arsch bohren lässt auch wenn er dafür einen Taler Schmerzen hat (Rdw.)
häi kan als plóónen blōt näit wō h' lōn sünner ārbaid krīgen kaner redet viel aber kann nichts umsetzen (Rdw.: "er kann alles planen nur nicht wie er Lohn ohne Arbeit bekommen kann")
häi kan ūt 'n stük brōd 'n köödel móóken man anners kan h' nikser ist ein Nichtsnutz (Rdw.: "er kann aus einem Stück Brot einen Kötel machen aber sonst kann er nichts")
häi kwam lóótst wēr um dat h' mit läest toğ foren hārer kam am spätesten zurück weil er mit dem letzten Zug gefahren war
häi kēk as of h' 't näit bīgrēper schaute als ob er es nicht begriff
häi let't as of h' näit bit fîv tellen kaner wirkt dumm (Rdw.: "er sieht aus als ob er nicht bis fünf zählen kann")
häi let't sō sğier as of h' ūt 'n däiğ weltert worden iser sieht so sauber aus als ob man ihn aus einem Teig gewälzt hätte (Rdw.)
häi läeğt sük mēr aier unner as h' ūtbröyden kaner überschätzt sich (Rdw.: "er legt sich mehr Eier unter als er ausbrüten kann")
häi lēp sō in dööes weğ un ēr häi sük 't fersağ dō lağ h' up nööeser lief so im Halbschlaf weg und ehe er sich versah lag er auf der Nase
häi maut bol insent wat dumpelt worden anners word't h' t' krūser musst bald ein wenig unterdrückt werden sonst wird er zu verrückt
häi prōt't as of h' bräj in d' mund heter spricht als ob er Brei im Mund hätte
häi sit't d'r hen as of h' aier ūtbröyden wiler sitzt dort als ob er Eier ausbrüten will
häi stammert sük wat t'recht um dat h' d' tekst näit kaner reimt sich etwas zusammen weil er den Text nicht kann
häi wul mī hóóst anfläigen sō dül was h'er wollte mich fast angreifen so wütend war er
häil hār d'r häil ğīn denk fan dat h' wēr bēter word'ter dachte gar nicht mehr daran wieder gesund zu werden
hār h' dat man dóónhätte er das nur getan
ik bün blîd dat h' kumtich bin froh das er kommt
ik bün blîd dat h' kumtich bin froh das er kommt
ik doch h' kwam bolich dachte er käme bald
ik frōğ of h' dat bauk brūkdeich fragte ob er das Buch bräuchte
ik kun däi bōm do näit dwingen sō fast stun h' in d' grundich konnte den Baum doch nicht bezwingen so fest stand er im Boden
jüüst dat het h' säeğtgenau das hat er gesagt
kum! wī willent hum ēven dööpen dan wäit h' fan mudderkomm! wir werden ihn kurz untertauchen dann weiß er was Schlamm ist
kumt! lóót' wī hum sō däip dumpen dat h' fersuptkommt! lasst uns ihn so tief untertauchen dass er ertrinkt
köönen dājt h' ōk water kann auch etwas
me kan däi poeğ sō lâng trappeln bit h' kwaktman kann den Frosch so lange treten bis er quarkt (Spr.)
me kan däi sak ōk ēr diechtbinnen as dat h' ful isman muss nicht bis zum Äußersten gehen (Spr.: "man kann den Sack auch zubinden bevor er voll ist")
me wäit näit recht wor h' hen wilman weiß nicht recht wo er hin will
mī ful dat up dat h' sō 'n mien klööer hetmir viel auf das er so wenig Farbe im Gesicht hat
mī ful dat up dat h' sō 'n släecht klööer hārmir fiel auf das er so eine schlechte Gesichtsfarbe hatte
nū dat dat t' lóót is kum h'nunmehr es zu spät ist kommt er
nū het h' freikōmenjetzt ist er befreit
nū is h' fräjjetzt ist er frei
nū kan kan h' sük bī d' nööes langs kīkener wurde verprügeln (Rdw.: "jetzt kann er an der Nase entlang sehen")
of h' 't wil of näitob er es will oder nicht
of h' wal góón kunt het?ob er wohl hat gehen können?
of h' wal kumt?ob er wohl kommt?
pās up anners fort h' dī plat - och wat! häi süğt mī je makkelk!pass auf sonst fährt er dich noch platt - auch was! er sieht mich doch gut!
säi rēp an nóódēm h' góón hārsie rief ihn an nachdem er gegangen war
süük as h' waskrank wie er war
sō old as h' issein ganzes Leben lang
wat brāut h' d'r t'recht?was braut er sich da zurecht?
wat bösselt h' hum d'r fandöörwie schnell er doch davoneilt!
wat däi buer näit kent dat fret h' ōk näiter mag nichts Neues, er mag nichts Unbekanntes (Spr.: "was der Bauer nicht kennt das frisst er auch nicht")
wat h' anpakt is gold un dō 't ōk 'n swīnköödel iser kann alles (Rdw.: "was er anfasst ist Gold und wenn es auch Schweinekot ist")
wat het h' sük ferfērt!wie er sich erschrocken hat!
wat sul h' worden wēsenwas soll er geworden sein
wen häi däi jöök het maut h' sük krābenwenn es ihn juckt, muss er sich kratzen
wen häi man bītóólen kan dan bītóólt h' ōkwenn er bezahlen kann dann bezahlt er auch
wor is h' dan ofblēvenwo ist er denn abgeblieben
wor sul h' ofblēven wēsenwo soll er abgeblieben sein
wō häit't h' dan fan?wie heißt er denn?