OstfriesischDeutsch
'n fûl snût hebbenUnsinn reden (indirekte Beleidigung)
'n fūl âjein Ei mit einem Blutfleck, ein schmutziges Ei
'n häiel berlóóken fulsehr viel Text
'n häiel büües ful moltbōntjeseine ganze Hosentasche voller Malzbohnen
'n jak ful hâueine Tracht Prügel
'n pot ful nóó d' krumnōtenein Topf zum Überlaufen voll, ein Topf randvoll, ein Topf übervoll
'n ôğ fuleine Kleinigkeit
't fūl fan d' melkder Rahm der Milch; fig. das Edelste, das Beste
't gung in 'n ful rön d'r up ofes ging in raschem Lauf darauf los
't mârkt was no al fulder Markt war noch ziemlich voll, der Markt war in Rücksicht auf die Verhältnisse ziemlich gut besucht
't was sō ful as d'r taues war so voll wie nur möglich
-ful-voll (Nachsilbe)
Fûl Rîğgeogr.: Fuhlerriege (Waddewarden); geogr.: Fuhlerriege (Hooksiel); geogr.: Fuhlerriege (Wiefels); geogr.: Fuleriege (Sande); geogr.: Fuleriege (Wilhelmhaven)
Wat helpt 't! Däi kau gift 'n emmer ful melk un smit't hum wēr um!Was bringt es! Die Ku gibt einen Eimer voll Milch und wirft ihn wieder um! (Spr.)
an 'n fûl póól kāst dū dī näit sğōn wrīvenan einem schmutzigen Pfahl kann man sich nicht sauber reiben (Spr.)
dat fläisk sit't sō ful sēnen dat me dat hóóst näit ēten kandas Fleisch ist so sehnig das man es fast nicht essen kann
dat fûl bäist wēsendas schwarze Schaf sein
dat fûl kläiddas schmutzige Kleid
dat gaud is indīserğ fuldie Wäsche ist hartnäckig verschmutzt
dat kläid is fūldas Kleid ist schmutzig
dat land is ful fan hülten un bültendas Land ist schief und krumm, das Land ist voll von Hügeln und Haufen
dat land is ful hollen un dollendas Land ist schief und krumm, das Land ist voll von Pfähle und Löcher
dat land is ful kūlen un dellendas Land ist uneben, das Land is voll von Gruben und Niederungen
dat land sit't ful fan óómel
[óómel]
das Land ist voller Tipula-Larven
dat stekt up 'n pērd ğīn emmer fuldie Differenz ist groß (Rdw.: "es sticht auf einem Pferd keine Eimer voll" )
däi bost ful hebbenden Tränen nahe sein (Rdw.: "die Brust voll haben")
däi het 'n fûl snûtder redet nichts als Unsinn (indirekte Beleidigung)
däi kop ful slenters hebbenden Kopf voll von Tricks haben
däi stróóet is ful fan slenkendie Straße ist voll von Schlaglöchern
däi wērld is ful pīndie Welt ist voller Schmerz
fulvoll
ful wēsenvoll sein, satt sein; gerührt sein, bewegt sein, den Tränen nahe sein
fûl gaudschmutzige Sachen
fûl wāskeschmutzige Wäsche
fūl (dat)Rahm, Sahne
fūlschmutzig, dreckig, unsauber; fig. schlitzohrig, durchtrieben (von böshafter Intelligenz)
fūl bröydenvernachlässigen
häi ful gaud un wal döör d' körfer viel schlimm dürch den Korb
häi ful ōwersīds in d' slōder fiel seitwärts in den Graben
häi is sō klauk as dat kakhūske tau Bräimen dat fan ēmer klaukhaid in 't wóóter fuler hält sich für überschlau (Spr. "er ist so schlau wie das Scheißhaus zu Bremen das vor lauter Klugheit ins Wasser fiel")
häi is sō wranterğ as 'n pot ful lūsener ist sehr mürrich (Spr.: "er ist so mürrisch wie ein Topf voller Läuse")
häi sat ful āngster saß voller Furcht
häi sit't ful fan achterdochter sitzt voller Arglist
häi sit't ful fan wóóngelôver hat einen starken Aberglauben
häi slājt sük däi wampen fuler schlägt sich den Bauch voll
häi supt hum d' moers fuler betrinkt sich stark (Rdw.: "er säuft sich den Arsch voll")
häi was ful fan lengen nóó dat wichter verging vor Sehnsucht nach dem Mädchen
ik heb d' bost fulich bin den Tränen nahe
ik heb d'r sō 'n lütjen ēk an d' finger däi sit't ful fürerğkaid un däi düüwel stekt un brānt mī sō dat ik fannacht ğīn ôğ fan diecht dóón hebich habe da so ein kleines Geschwür am Finger das ist eher entzündet und jener Teufel sticht und brennt mich so das ich heute nacht kein Auge zugetan habe
strip-strap-strul un däi emmer is fulstripp-strapp-strull und der Eimer ist voll
strip-strap-stul däi emmer is bol fulstripp-strapp-strull der Eimer ist bald voll
swibbel-swabbel-fulübervoll
sīn fóóer düüwelæærde fērer 't elfürtje ful ūtsein Vater schimpfte weiter die Teezeit viel aus
sō ful as 'n âjrandvoll (Rdw.: "so voll wie ein Ei")
sūp dī ful un frēt dī dik man hol dīn bek fan d' pōlitiksauf dich voll und friss dich dick aber halt den Mund von der Politik (Spr.)
tau d' lechtmies maut dat gulf no half ful wēsenzu Lichtmess muss das Heufach noch halb voll sein
up fûl aier sittenschlimm dran sein (Spr.: "auf faulen Eiern sitzen")