Ōstfräisk
Wōrdenbauk fan däi ōstfräiske tóól
Wörterbuch der ostfriesischen Sprache
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Die ostfriesische Orthographie






Einzeldarstellung der orthographischen Zeichen:

Konsonanten:
- b [b] oder [b̥] entspricht dem -b- im Deutschen und tritt wie dort in zwei Varianten auf
- c [χ] oder [x] kommt nur in der Verbindung -ch- vor und nimmt dann meist eine Mittelstellung zwischen [x] und [ç] ein. Der Lautwert entspricht [χ] - ansonsten [x] wie im Deutschen -ach-
- d entspricht dem -d- im Deutschen und tritt wie dort in zwei Varianten auf [d]/[d̥]
- f [f] entspricht dem -f- im Deutschen
- g [g] entspricht dem -g- im Deutschen
- ğ [ɣ] ist ein Reibelaut (Frikativ) zwischen deutschem -g- und -ch-
- h [h] entspricht deutschem -h-, ist jedoch niemals Längenzeichen (Dehnungs-h!)
- j [ɪ] entspricht dem -i- im Deutschen
- k [k] entspricht dem deutschen -k-
- l [l] oder [lː] entspricht dem -l- im Deutschen, kann aber anders als dort auch gelängt werden beziehungsweise vokalisch wirken
- m [m] oder [mː] entspricht dem -m- im Deutschen, kann aber anders als dort auch gelängt werden beziehungsweise vokalisch wirken
- n [n] oder [nː] entspricht dem -n- im Deutschen, kann aber anders als dort auch gelängt werden beziehungsweise vokalisch wirken. Häufigentspricht -n- einer Art Nasalierung (schwacher Restnasal) des vorhergegangenen Vokals [~].
- p [p] entspricht dem -p- im Deutschen.
- r [r] oder [ʁ] kennt mehrere Artikulationsweisen. Es tritt auf als Zungenspitzen -r- [r] und in einer Variante, die zwischen Konsonant und Vokal angesiedelt näher am vokalischen [ə] liegt [ʁ]. Häufig findet man das -r- als Beiklang von Vokalen (Rhotizität)wie z.B. -er [ɚ] ). Es fehlt das vokalische -r- [ɐ] wie im Deutschen.
- s [s] oder [z] tritt in zwei Varianten auf und kann in Einzelfällen eine mittlere, indifferente Artikulation zwischen beiden erfahren. Im Anlaut steht meist [z], im Auslaut oft der Mittellaut. Anlautendes [s] ist aber nicht selten und wechselt individuell oder lokal gelegentlich zu -ts- (sakken / tsakken = sinken, rutschen, sacken), welches eine Kontaminationsform darstellt (Anpassung an deutsche Aussprache)
- t [t] entspricht dem -t- im Deutschen
- v bezeichnet eigentlich einen Laut zwischen -w- und -b-. Gesprochen wird normalerweise ein -w-, es besteht aber die Option für -b- und es ist den Sprechern oftmals nicht möglich, eindeutig zu entscheiden, welcher Laut einzusetzen ist
- w [v] entspricht dem -w- im Deutschen
- x kommt nicht vor. Dem Lautwert des deutschen -x- entspricht -ks-
- y kommt nicht als Konsonant vor
- z kommt nur in der Verbindung -zj- vor
- zj gibt den [ʒ]-Laut in wie in 'Garage' wieder, der allerdings eine abweichende Artikulation erfährt: Ein am vorderen oberen Gaumen gepresstes [z] verbindet sich mit [j] zu [ʑj]
- kommt als stimmloses Gegenstück zu [ʑ] als vor [ɕ], das sich mit -g- oder -ğ- verbinden kann als -zg-, -zğ- vor
- sj Ist eine seltene Lautverbindung,die gelegentlich auch deutsches -sch- [ɕj] ersetzt
- tj entspricht [c] und klingt etwa wie das -tch- in deutsch 'Plättchen'
- dj entspricht [c] und klingt etwa wie das -dch- in deutsch 'Mädchen'

Vokale:
- a [ɑ] kurzes -a- wie im deutschen 'hat'
- ā [ɑˑ] oder [ɑ​ː] langes -a- wie in deutsch 'laben', aber von dunklerem Klang
- â [̂ɑː͡ɑ] überlängtes -a-
- e [ɛ] oder [ə] kurzes -e- wie in deutsch 'hell' oder schwaches -e- (Schwa) wie in deutsch 'alle', in der Verbindung -er- [ɚ] wie in deutsch 'welcher' (aber oft mit noch schwächerem -r-)
- äe [ɛː] oder [̂ɛˑə] langes offenes -e-
- ē [eː] langes -e- wie im Deutschen 'wegen'
- ê [̂eː͡e] überlängtes -e-
- i [ɪ] kurzes -i- wie im Deutschen 'bitte'
- ie [ɪː] oder [̂ɪə] langes offenes -i- z.B.: 'biel'(Pobacke)
- ī [iː] langes -i- wie in deutsch 'Biene'
- î [̂iː͡i] überlängtes -i-
- o [o] oder [ɔ] kurzes -o- wie in deutsch 'Kopf'
- oe [ɔː] oder [̂ɔˑə] langes offenes -o- z.B.: 'doet'(Knäuel)
- ō [oː] langes -o- wie im deutschen 'los'
- ô [̂oː͡o] überlängtes -o-
- ó [ɒ]
- óó [ɒˑ] oder [ɒː]
- óóe [̂ɒː͡ɒ] überlängtes -ó-
- u [ʊ] kurzes -u- wie in deutsch 'Butter'
- ue [ʊː] oder [̂ʊˑə] langes offenes -u-
- ū [uː] langes -u- wie im deutschen 'suchen'
- û [̂uː͡u] überlängtes -u-
- ö [œ] kurzes -ö- wie im deutschen 'können', aber im Klang etwas dunkler
- öe [œː] oder [̂œˑə] langes offenes -ö- z.B.: 'röet'(Ratte)
- öö [øː] langes -ö- wie im deutschen 'Löwe'
- ööe [̂øː͡ø] überlängtes -ö-
- ü [ʏ] kurzes -ü- wie im deutschen 'Hütte'
- üe [ʏː] oder [̂ʏˑə] langes offenes -ü-
- üü [yː] langes -ü- wie im deutschen 'Mühle'
- üüe [̂yː͡y] überlängtes -ü-
- æ [æˑ] kurzes bis mittellanges -e- im Klang ähnlich dem englischen 'bat'(Fledermaus)
- ææ [æː] langes -æ- im Klang ähnlich dem englischen 'bad'(schlecht)

Dipthonge:
- ai [ɑɪ] ähnlich wie im deutschen 'Mai' aber von dunklerem Klang
- āj [ɑːɪ] langes -ai-
- âj [̂ɑː͡ɑɪ] überlängtes -ai-
- au [ɑʊw] ähnlich wie im deutschen 'blau' aber von dunklerem Klang und geringfügig länger
- āu [aːʊ] langes -au-
- âu [̂ɑːɑʊw] überlängtes -au-
- äi [æɪ] im deutschen unbekannter Dipthong z.B.: 'läip'(schlimm) (kommt im Finnischen vor)
- äie [̂æːæɪ͡ə] überlängtes -äi- z.B.: 'säiep'(Seife)
- ei [ɛɪ] oder [eɪ] kurzer, im deutschen unbekannter Diphthong aus kurzem ä-ähnlichem -e und i; nicht wie deutsches 'ei'
- äj [ɛːɪ] langes -ei- z.B.: 'bäj'(Beere)
- äej [̂ɛː͡ɛɪˑ] überlängtes -ei-
- oi oder oj [ɔɪ] etwa wie im deutschen 'heute'
- ōi oder ōj [oːɪ] langes -oi- bzw. -oj- etwa wie im deutschen 'Boje'
- ôi oder ôj [̂oː͡oɪ] überlängtes -oi- bzw. -oj-
- óój [ɒːɪ] im deutschen unbekannter Dipthong
- óóej [̂ɒː͡ɒɪ] überlängtes -óój-
- öj [œːɪ] oder [œˑəɪ]
- öej [̂œː͡œɪ] überlängtes -öj-
- öy [œy] ähnlich dem niederländischen 'ui' in 'huis'
- öye [̂œː͡yˑ] überlängtes -öy-

Endungen:
Das ostfriesische Platt teilt mit dem Deutschen die Tendenz, Endsilben mit Schwa [ə] zu verschleifenwobei sich die Lautwerte der verbleibenden Konsonanten ändern:
--ben [mː] wird zu einem gelängten stimmhaften silbischen -m-
--den [nː] oder [d͡nː] verschleift zu gelängtem stimmhaften -n-, gelegentlich mit schwachem -d- Vorschlag
--gen [ŋ] oder [gŋ] verschleift zu -ng-, oft mit leichtem -g- Vorschlag bzw. mit vorgeschlagenem -g- verschmolzen
--jen [ɪn] verschleift zu -n- mit einem vorgelegten schwachen -i-
--ken [ʔ͡ŋ] verschleift zur Verbindung eines Stimmlippenverschlusses mit -ng-, die man auch als ein-ng- mit Knarrton oder einen nasalierten Stimmlippenverschluss beschreiben könnte. Die Artikulation ist folgende: der vorhergehende Vokal endet in einem Stimmlippenverschluss, der nicht gelöst wird sondern inden sofort einsetzenden Nasallaut übergeht der nicht eindeutig ein -ng- ist, sondern mehr im Kehikopfbereich verbleibt [ŋˈ] oder [ʔ̃ ]
--len [lˑnˑ] ergibt eine Kombination aus stimmhaftem -l- und -n-, beide leicht gelängt
--men [mː] wird zu gelängtem stimmhaften -m-
--nen [nː] oder [nnː] wird zu gelängtem stimmhaften n oder einer Kombination aus einfachem und gelängtemstimmhaften -n-. Die Artikulation letzterer Lautkombination ist, ein stimmhaftes -n- zu sprechen und indem dieser Laut gehalten wird, noch einmalden Luftstrom durch die Nase zu verstärken.
--pen [ʔmː] verschleift zu einer engen Verbindung von Stimmlippenverschluss und gelängtem, stimmhaften -m-. Die Artikulation erfolgt folgendermaßen: Der vorhergehende Vokal endet in einem Stimmlippenverschluss, der entwedersogleich durch Schließen des Mundes in ein -m- übergeleitet wird oder bei bereits geschlossenem Mund dem unterlegt wird.
--ren [nː] wird zu gelängtem stimmhaften -n-
--sen [znˑ] wird zu einer Kombination aus stimmhaftem -s- und leicht gelängtem stimmhaften -n-
--ten [tnˑˈ] wird zu einer Kombination aus stimmlosem -t- mit leicht gelängtem, stimmhaften -n-, unterlegt mit einem Knarrton
--ven [mˑ] wird zu leicht gelängtem, stimmhaften -m-. Durch die Mundbewegung zur Bildung dieses -m- entsteht ein schwacher Eindruck von -b-.
--wen [mˑ] wird zu leicht gelängtem, stimmhaften -m-. Beide Endsilben sind in der konkreten Sprache gleich,haben aber Bedeutung im Empfinden der Sprecher und werden deshalb im Schriftbild unterschieden. Solche Bedeutung trifft man besonders dort, wo zur Endsilbe noch einweiterer Konsonant zählt (z.B.: 'óóvend'(Abend)[ɒːmˑd], 'ōvend'(Ofen)[oːmˑd].